Das Raubrittertor von Klinge
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Wie in vielen Dörfern sind auch in Klinge Sagen und Mythen überliefert, die aus den verschiedensten Quellen zurück gehen und von Generation zu Generation weitergegeben und ausgeschmückt wurden. Über dem Haupteingang zum ehemaligen Gutshof in Klinge standen bis 1974 auf einem
schmalen Ziegeldach über dem Torbogen die Büsten dreier Ritter mit Helm und Visier, das in Gesichtsform gearbeitet war. Die Visiere waren beschädigt,
der Teil unterhalb der Nase war bei allen dreien abgeschlagen. Um diese Büsten rangte sich im Laufe der Jahrhunderte folgende Sage:
In Klinge soll im Mittelalter eine Sumpfburg gewesen sein. Die der Sage nach hier hausenden Ritter hätten reisenden Leute überfallen und diese nach Ausplünderung ins Burgverlies gesteckt, um von ihren Angehörigen hohe Lösegelder zu verlangen. Seien diese nicht bezahlt worden, hätte man den Gefangenen die Unterkiefer abgeschnitten. Dem Kurfürsten Joachim I. von Brandenburg (1484 bis 1535) gelungen ist, die als unbezwingbar geltende
Burg zu zerstören. Die letzten Raubritter, drei Brüder, seien nach ihrer Gefangennahme zunächst ins Burgverlies gesteckt worden. Als Strafe für ihre begangenen Freveltaten hatte man auch ihnen die Unterkiefer abgeschnitten. Zur Erinnerung daran seien später drei Büsten aus Sandstein, die die
letzten drei Raubritter von klinge mit abgeschnittenen Unterkiefern darstellten, angefertigt worden.
Im Herbst 1931 entbrannte ein heftiger Kampf um das Tor. Ein Industrieller kaufte angeblich das Tor mit den Büsten für 200 Reichsmark vom damaligen Besitzer. Aber schon 1930 gingen bei der Auflösung des Gutsbezirkes der Schlossweg und das Rittertor in Gemeindeeigentum über. Demzufolge setzte
sich die gesamte Einwohnerschaft von Klinge in einem rühmenswerten Kampf geschlossen zur Wehr, um ihr Wahrzeichen an diesem Ort zu erhalten.
Im Hinblick auf den historischen Wert und der Seltenheit dieser Skulpturen in der Niederlausitz stellte die Gemeinde Klinge den Antrag auf Einbeziehung ihres Wahrzeichens unter Denkmalschutz.
Dank der Initiative des Heimatvereins Klinge und der öffentlichen Unterstützung wurde das Raubrittertor 2001 auf die noch verbliebene Gemarkung Klinge, ca. 750 m südlich von ihrem Historischen Standort und nach den alten Vorlagen, neu errichtet.
Dieses Bauwerk, mit seinen historischen Rittern aus längst vergangenen Zeiten, ist das Wahrzeichen und eine Erinnerungsstätte an das Dorf Klinge.
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Heimatverein Klinge